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Windows - Clonen von Installationen

Es ist gängige Praxis, bestehende Windows-Installationen zu clonen. Es gibt verschiedene Anlässe dafür:

  • Disaster Recovery
    Für wichtige Serversystem und speziell eingerichtete Mess-PCs ist das Anlegen eines Clones sinnvoll, um im Desasterfall (z.B. kaputte Festplatte) das System schnell wieder aufsetzen zu können. (Backup dient normalerweise der Sicherung der Daten, nicht dem Disaster Recovery.)
  • Tausch der Festplatte/SSD
    Hierbei ist eine Kopie auf ein neues Speichermedium notwendig. Die restliche Hardware des Rechners ändert sich nicht, aber ggf. sollen Partitionen verschoben oder vergrößert werden.
  • Migration auf eine neue Hardware
    Hier ist gewünscht, dass der Rechner zwar gewechselt aber möglichst nahtlos mit der existierenden Software-Umgebung weiter gearbeitet werden kann. Die Hardware wechselt und daher sind zusätzlich auch Treiber zu erneuern, aber auch eine wechselnde CPU hat Auswirkungen auf den eingesetzen Windows-Kernel.
  • Kopie einer Muster-Installation auf einzelne PCs
    Eine existierende Windows-Installation inkl. Anwendungsprogrammen soll als Muster für andere (Mitarbeiter-) PCs dienen. Hierbei unterscheidet sich meist die Hardware-Umgebung und Master und Clones sollen danach parallel eingesetzt werden.
  • Kopie einer Muster-Installation auf PCs in einem PC-Pool
    Ein PC wird fertig installiert und dessen Software-Ausstattung soll als gleiche Grundlage innerhalb eines Pools / einer Schulung dienen. Die Hardware der eingesetzten PCs ist dabei meist gleich, Master und Clones sollen parallel zum Einsatz kommen.

Vor- und Nachteile gegenüber automatisierter Installation

Beim Cloning gibt es verschiedene Schwierigkeiten, die nur teilweise von der Cloning-Software korrigiert werden können:

  • Boot-Prozess
    Bei Änderung der Partitionierung oder der Architektur MBR/GPT reichen einfache Imagekopien der Windowspartition nicht. Auch Bootsektoren und IDs/GUIDs können Schwierigkeiten verursachen.
  • Hardware-Änderung
    Peripheriegeräte können leicht durch Treibernachinstallationen korrigiert werden, bei Änderungen der CPU oder des Chipsatzes kann es schwieriger werden (neuere Windows-Versionen sind da weniger anfällig).
  • IDs/UUIDs in der installierten Software
    Windows selbst und auch installierte Softwareprodukte legen IDs an, die unter gewissen Umständen im Netzwerk einzigartig sein müssen. Probleme, die durch doppelte IDs verursacht werden, sind nicht immer gleich offensichtlich. Als Beispiel sei hier Sophos genannt: ein geclontes Sophos-Endpoint kann nicht gemanagt werden.
  • Windows-Computername
    Einige Anwendungen vertragen ein späteres Ändern des Windows-Computernamens nicht (z.B. schwierig bei Anwendungen mit lokalem MS-SQL).
  • veraltete Software
    Das Betriebssystem und die Anwendungen haben den Stand des Anlegens der Clone-Kopie. Wird eine solche (Sicherungs-) Kopie auf einen Rechner gespielt, ist die Aktualisierung der Software nötig.

Vorteilhaft gegenüber Neuinstallationen ist hingegen:

  • Cloning ermöglicht ein schnelles Wiederherstellen (Disaster Recovery), sinnvoll bei wichtigen Serversystemen, nicht so einfach neuinstallierbaren Messgeräten oder bei reglmäßig und häufig zu säubernden Pool-PCs und Kiosksystemen.
  • Neuinstallatinoen sind nur einfach, wenn man bereits vorher sauber Nutzerdaten und -einstellungen vom System und den Anwendungen trennt.
  • Automatische Installationen mit den LUIS-Werkzeugen unterstützen nur bestimmte Softwarepakete. Werden weitere Anwendungen benötigt, kann die Installation ggf. nicht automatisch erfolgen.

Werkzeuge zum Clonen von Windows-Installationen

Es gibt verschiedene Werkzeuge, die man beim Clonen einsetzen kann. Meist gibt es verschiedene Vor- und Nachteile, und die Auswahl hängt stark vom verfolgten Zweck (einmalig vs. mehrfach, Hardware-Wechsel, Desaster-Recovery ...) ab:

  • Windows-PE-Mittel (angepasste Installation; verfügbar im PXE-Netz-Boot)
  • Windows-Boardmittel (Disaster Recovery, Migration)
  • Clonezilla (HDD-Migration, PC-Pool; verfügbar im PXE-Netz-Boot)
  • Linux-Werkzeuge und -Skripting (PC-Pool/Schulungsraum mit häufigem Image-Wechsel; Werkzeugsammlung verfügbar im PXE-Netz-Boot über GRML)
  • ... und viele andere SW-Produkte

Für einige der oben explizit genannten Produkte haben wir eine ausführlichere Anleitung mit Screenshots erstellt, ebenso eine Kurzanleitung.